Zuchtanlage
In massiver Steinbauweise erbaut, mißt die gesamte Zuchtanlage
6 x 3 Meter mit einer Aussenvoliere
von 3 x 2 Meter. Ich züchte mit 21 Zuchtboxen mit den Maßen
80x40x50. teils verwende ich innen liegende
Nistkästen (9 Stück) den Rest sind Außen liegende
Nistkästen die ich auch besser finde.
Zum Absetzen der Jungen oder auch für Streitsüchtige Wellis
habe ich noch 4 Absetzboxen.
In der kalten Jahreszeit wird die Anlage elektrisch beheizt. Das
Neonlicht brennt von 7 Uhr bis 21 Uhr
gesteuert mit einer Zeitschaltuhr. Während dieser Zeit dürfen
die Wellensittiche auch Hitradio Antenne 1 hören.
Dadurch sind die Vögel viel ruhiger geworden und für mich
ist es auch toll, wenn ich Musik hören kann wenn ich in der
Anlage bin.
Der Zuchtaufbau
Meine ersten gute Zuchtvögel bekam ich von Alfons Keller aus
Eppingen–Elsenz
Er führte mich auch in die Schauwellensittichzucht ein. Ich
bekam sehr gute Normale und Opaline um meine eigene
Linie zu verbessern insbesondere in Größe und Maske.
Auf der Vogelbörse in Crailsheim lernte ich Wilhelm Saur aus
Wallerstein bei Nördlingen kennen. Auch er lud
mich zu sich ein und gab mir gute Tips und auch bei Ihm konnte ich
einige Zuchtpaare erwerben. Aus der Saur
Zucht stammen die Violette und die rez. Schecken.
Es war für mich sehr wichtig um mit erfahrenen Züchtern
Kontakt zu halten, den meine Erfahrung aus
der Hansi-Bubi Zucht die ich schon 15 Jahre betrieben habe konnte
ich für die Schauwellensittichzucht vergessen.
Ich finde es für sehr wichtig wenn einem Anfänger von
einem erfahrenem Züchter geholfen
werden kann. Ich telefoniere und besuche diese zweit Züchter
regelmäßig um Erfahrungen auszutauschen.
Farbschläge
Ich züchte folgende Farbschläge: Normal, Opaline, Zimter,
Lutinos, Spangle,
Australische Schecken, rezessive Schecken sowie Schwarzaugen.
Zucht und Aufzucht
Zuchtboxen
Ich verwende in meiner Zucht relativ große Zuchtboxen. Alle
mit den Maßen 80x50x50. Die Paare sollen sich auch bewegen
können.
Alle Zuchtboxen werden von außen gefüttert. Wenn ich
abends füttere, werden zuerst die alten Spelzen ausgeblasen
und mit neuen Körnerfutter aufgefüllt.
Das Aufzuchtfutter wird in glasierten Tonschalen angeboten.
Wasser wie schon in einem anderen Bericht in Trinkröhrchen.
An 9 Boxen verwende ich innenliegende Nistkästen und bei den
anderen 12 Außen Nistkästen mit herausnehmbaren Einsätzen
mit Mulde für die Eiablage.
Als Einstreu verwende ich Holzspäne natürlich aus unbehandelten
Holz.
(Einstreu für Hamster)
Zuchtverwaltung
Ich habe mir kleine Karteikarten mit Excel gemacht und diese auf
starkes dickes Papier gedruckt.
Die Karte wird mit einer kleinen Klammer an den Nistkasten geheftet.
Hier kann ich die von mir benötigte Daten im Zuchtraum eintragen.
Beispiel:

Als Download hier verfügbar.
Die Buchführung erfolgt über die DIVO Software von Dieter
Vogelsänger.
Mit der jetzigen Version ( Windows Oberfläche) bin ich zufrieden.
Es sind noch einige Punkte die man verbessern kann.
Schauen sie einfach mal bei Dieter Vogelsänger’s Homepage
vorbei.
Link = www.divosoft.de oder www.cybernetix.de
Bei den großen Schauen Europa in Karlsruhe oder Bundesschau
in Kassel kann man sich das Programm auch zeigen lassen.
Beleuchtung des Zuchtraumes
Eine elektrische Beleuchtung im Vogelhaus ist sehr wichtig, da
auch das füttern nach Einbruch der Dunkelheit gewährleistet
ist. Was im Winter bei den kurzen Tage sonst nicht möglich
wäre.
Die Vögel genießen natürlich auch die längere
Zeit zum fressen.
Ich habe in jedem Raum zusätzlich noch ein Fenster angebracht.
Sogenannte Tageslicht - Leuchtstoffröhren können der Gesundheit
der Vögel zuträglich sein.
Die ultravioletten Strahlen, die den Vögel zugute kommt, stimulieren
die Bildung von Vitamin D3, das bei der Kalkspeicherung im Vögelkörper
eine wichtige Rolle spielt. (Eischalenbildung bei den Hennen)
Belüftung
Gute Luft ist eins der Wichtigsten Punkte im Vogelhaus. Da mein
Vogelhaus nur zwei Räume hat und jeder Raum ein Fenster welche
im Sommer immer offen sind (geschützt durch Maschendraht),
versuche ich soviel Frischluft wie möglich in den Raum zu bekommen.
Abends beim Füttern lasse ich die Eingangstüre offen so
daß nochmals Frischluft in die Räume rein kommt.
Zusätzlich habe ich noch einen Ionenaustauscher installiert.
Die Nadelähnliche Spitze des Ionentauschers erzeugt einen Strom
von Hochenergie Elektroden, die negativ geladene Ionen produzieren.
Diese treffen in der Luft auf Staubpartikel und Bakterien. Sie werden
bei Kontakt mit den Ionen negativ geladen und auf den Boden heruntergezogen.
Man kann dann den Staub mit dem Besen und einem nassen Putzlappen
entfernen.
Damit im Vogelhaus eine bessere Luft ist, versprühe ich regelmäßig
(im Sommer mehrmals täglich) mit einer Pumpflasche Wasser,
dem ich Apfelessig zusetze.
Man merkt sofort die frische Luft im Raum.
Bei Gelegenheit werde ich noch einen Luftabzug in mein Vogelhaus
bauen, um immer genügend Frischluft in meinem Vogelhaus zu
haben.
Lagerung von Futter
Wichtig ist es auf jeden Fall, daß das Futter trocken gelagert
wird. Es ist dafür zu Sorgen, daß genügend Luft
im Raum ist damit das Futter nicht austrocknet. Mein Körnerfutter
fülle ich immer in Plastikbehälter und verschließe
diese mit einem Deckel.
Kolbenhirse kommen in Rollcontainern 240Liter langt für 50
Kg
Man muß darauf Achten das keine Mäuse an das Futter kommen
können. Denn von den Mäusen befallenes Futter ist sofort
zu entsorgen. Durch den Mausekot / Urin werden die Vögel schnell
erkranken und meistens schnell sterben.
Desinfektion
Zur Reinigung von Fressnäpfen, Trinkröhrchen, Zuchtboxen,
Ausstellungskäfigen verwende ich ausschließlich VIRKON
S von V.P Produkte
Dies sollte man nie vernachlässigen. Die Zeit für die
Reinigung MUSS man sich unbedingt nehmen um einen gesunden Bestand
aufrecht erhalten zu können.
Wir selbst fühlen uns in einer schmutzigen Umgebung auch nicht
wohl! Deshalb wollen wir es unseren Wellensittichen oder anderen
Tieren auch nicht antun.
VIRKON S
eines der besten Desinfiziermittel weltweit. Virkon S elemeniert
sämtliche bekannten Keime, die in der Ziervogelzucht vorkommen.
Nachweislich werden alle der 17 bekannten Virusfamilien bekämpft.
Zusätzlich ist das Mittel wirksam gegen Bakterien und Pilze
(Mykoplasmen, Salmonellen, E.coli, Candida und Aspergillus).
Sollte Virkon S in das Vogelfutter gelangen, so führt dies
zu keiner Schädigung des Futters bzw. zu keiner Kontamination.
Virkon S ist ein Pulverkonzentrat 500g ergibt 75-100 Liter gebrauchsfertige
Lösung.
(Bericht vom Hersteller)
Vertrieb E. Kempel Zuchtbedarf V.P. Produkte Tel.: 06661-6406
Kranke Wellensittiche
Ein kranker Wellensittich sollte isoliert und zur besseren Genesung
warm gehalten werden. Mit Hilfe einer Rotlichtlampe wird eine Temperatur
von ca. 32 Grad geschaffen. Diese Rotlichtlampen sollten speziell
für Tiere hergestellt sein und nur Wärme ohne Licht abgeben.
Einige lassen sich mit einer Fußklemme am Käfigfront
anbringen und sind mit einem Spritzwasserschutz und einem Thermostat
ausgestattet. Eine solche Lampe wie auch ein Quarantänekäfig
sollten für den Notfall stets zur Hand sein. Nach dem Gebrauch
muß der Käfig gründlich desinfiziert werden so daß
er sofort wieder einsatzbereit ist.
Zur Appetitanregung hänge ich immer einen Hirsekolben in der
Nähe des Vogels auf.
Auch die Wassertränke muß der kranke Vogel leicht erreichen
können.
Wenn man Antibiotika über das Wasser verabreichen muß
darf nur eine Tränke im Käfig angebracht werden.
Man kann meistens gleich sehen das sich der Vogel in der Wärme
erholt und wohl fühlt. Innerhalb von 3-4 Tage wird sich der
Vogel erholt haben. Dann sollte man den Vogel nicht gleich wieder
in die Voliere fliegen lassen, sondern noch ein paar Tage in eine
Absetzbox setzen.
Bei keiner schnellen Besserung des Vogels sofort ab zum Tierarzt!
(bei Antibiotika sowieso)
Ferderrupfen
Das Federwachstum beginnt bei Wellensittichküken bei ca.16
Tage. Es neigen ab und zu die Hähne bei einigen Jungvögel
die neue Federn auf dem Rücken und um den Hals gleich wieder
auszurupfen.
Daraus folgt : die Jungvögel können innerhalb weniger
Stunden völlig nackt und blutig sein, so das man schnell etwas
unternehmen muß um den Vogel nicht zu verlieren.
Als Erste Hilfe Maßnahme sollte man Aloe-Puder oder Vaseliene
Salbe den Küken auf den Rücken streuen oder eincremen.
Der bittere Geschmack sollte den Hahn von seinem Verhalten wegbringen.
Es kann auch sein, das die Henne das Küken rupft, weil es ihr
zu dunkel im Nistkasten ist und so eine Streßsituation für
die Henne auftritt. Man sollte den Nistkasten aufhellen. (Plexiglasscheibe
/ mehr Löcher für Lichteinfall)
Ein verlegen der Jungen in ein anderes Nest kann man natürlich
auch versuchen.
Beringen
Das Beringen der Nachgezüchteten Jungvögel erfolgt im
Alter von 6. bis 8. Tag. Ich verwende Alu - Ringe mit einem Innendurchmesser
von 4,4 mm.
Beringen ist für die Ausstellungsvögel sowie die zum Verkauf
vorgesehene Vögel Vorschrift. Bei mir werden alle Vögel
beringt und ist von der AZ auch vorgeschrieben.
Es ist keine schwierige Prozedur, bedarf aber ein wenig Geschick
und sollte wenn nötig von einem anderen Züchter abgeschaut
werden.
Vorsichtig werden dabei die drei längsten Zehen des Vogels
zusammengehalten und der Ring über den Ballen geschoben. Dann
wird die vierte Zehe nach oben gegen das Bein gebogen und der Ring
ganz vorsichtig darübergeschoben. Ist die Zehe wieder in richtiger
Position, sollte der Ring lose über dem Fuß hängen.
Einige Vögel haben Probleme mit geschlossenen Ringen und es
kann zu Schwellungen am Fuß kommen. In diesem Fall muß
der Ring zur Sicherung ausreichender Durchblutung entfernt werden.
Ich lasse dieses den Tierarzt machen da er spezielles Werkzeug hat
und es sehr schwierig ist.
Absetzen der Jungen
Wenn die Jungen aus dem Nest gekommen sind, beobachte ich das Fressverhalten
der Jungvögel genau. Wenn sie nicht mehr vom Hahn gefüttert
werden und selbständig die Nahrung aufnehmen können, kommen
die Wellensittich – Junge in eine Absetzbox. (ist genau so
groß wie eine Zuchtbox)
Ich verfüttere in den Absetzboxen den Jungvögeln rote
Kolbenhirse, Körnermischung sowie
Aufzuchtfutter mit Grünfutter.
In den Absetzboxen verbleiben sie mit anderen Jungvögel ein
paar Wochen bis ich entscheiden kann, was zur Weiterzucht im Bestand
bleibt, oder welche zum Verkauf gehen.
Das ist immer eine sehr schwierige Aufgabe, da man bei so einem
Nestjungen Vogel schlecht erkennen kann wie er in einem halben oder
in einem Jahr aussieht.
Die Grobauswahl nehmen ich teilweise schon im Alter von 3-4 Wochen.
Da kann man den Knochenbau, Körperstruktur sowie das Federkleid
sehen.
Ich markiere in der Zuchtkarte die sehr guten Vögel und vergleiche
diese wieder in ein paar Wochen später noch mal.
So muß man sich seine Nachgezüchtete Tiere selektieren.
Denn man kann nicht alle Nachzuchten im Bestand halten.
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